Pressemitteilung zu den Testfahrten auf der Bahnstrecke nach Wendeburg

Wir begrüßen, dass nach den Diskussionen der letzten beiden Jahre die Thematik der Schwingungen auf dem Gelände der PTB sachlich und unabhängig untersucht werden kann.

Die Strecke wird in mehreren Durchgängen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten befahren. Dabei kommen neben Güterzügen erstmals auch moderne leichte Nahverkehrszüge zum Einsatz, wie sie bereits heute im Personenverkehr verwendet werden.

Die Strecke wird ohne weitere Instandsetzungsmaßnahmen getestet. Ein wiederaufzunehmender Personenverkehr würde eine weitgehende Sanierung der Strecke zur Folge haben. Neben dem Unterbau würde auch die Sicherungstechnik grundlegend neu aufgebaut. Damit können Schwingungen reduziert und unnötige Bremsvorgänge an den Bahnübergängen vermieden werden. Es ist daher davon auszugehen, dass die tatsächlichen Schwingungen durch einen Personenverkehr auf der dann sanierten Strecke deutlich geringer ausfallen, als es die Tests auf der heute unsanierten Strecke ergeben werden. Wir erwarten von dem Gutachten auch Vorschläge, welche Maßnahmen an der Strecke ergriffen werden können, um der PTB bei ihrem Problem entgegen zu kommen.

Wir möchten daran erinnern, dass der Bahnverkehr auf der Strecke nicht eingestellt wurde und seit über einhundert Jahren genehmigt ist. Zwar war die Bahnstrecke in den letzten Jahren deutlich untergenutzt, dennoch ist bekannt, dass die Strecke nicht entwidmet wurde. Die Aufnahme von Eisenbahnverkehr ist jederzeit möglich. Hätte man seitens der PTB diese rechtlichen Grundlagen berücksichtigt und die betroffenen Anlagen entsprechend geplant und gebaut, wäre es nie zu einer möglichen Beeinträchtigung der eigenen Arbeit und in Folge auch der Entwicklung des ÖPNV im Nordwesten der Stadt gekommen. Wir möchten daher anregen, in Zukunft weniger nach eigenem Wunschdenken und mehr auf Grundlage der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme und den geltenden Regeln des Planung- und Baurechts zu bauen. Hier hat die Bauordnung versagt. Neue Gebäude und Nutzungen müssen sich in ihr Umfeld so einfügen, das Bestehendes in seiner Existenz nicht gefährdet wird.

Wir sind zuversichtlich, dass eine fachlich unabhängige Untersuchung der PTB eine bessere Grundlage bieten wird um in Zukunft die Standortwahl für ihre Instituts- und Versuchsbauten besser auf mögliche Konflikte mit anderen wichtigen Infrastruktureinrichtungen zu untersuchen.

Sobald für den betroffenen Altbestand eine Lösung gefunden wurde, ist das größte Hindernis im Weg des Spargelexpress abgeräumt. Wir hoffen, dass eine neue Landesregierung am Ausbau des Schienenverkehrs In Niedersachsen festhält und das Fenster für dieses sinnvolle Projekt weiterhin geöffnet bleibt.  

06.09.: Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl „Verkehrsprojekte in BS – wie geht’s weiter?“

Das braunschweiger forum e.V. und das Umweltzentrum BS e.V. laden Sie herzlich zu einer spannenden Diskussionsrunde zur Zukunft des Verkehrs in Braunschweig ein. Dazu erscheinen die 20160818_News_Veranstaltung_Diskussionsrundefolgenden Vertreter der Politik:

  • Reinhard Manlik (CDU)
  • Nicole Palm (SPD)
  • Dr. Rainer Mühlnickel (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Dr. Dr. Wolfgang Büchs (BIBS)
  • Udo Sommerfeld (Die Linke)
  • Merten Herms (Piraten)
  • Mathias Möller (FDP)

Die Moderation übernimmt Peter-Michael Möckel (Radio Okerwelle).

Wann und Wo?

  • Dienstag, 6. September 2016, um 19:30 Uhr
  • KULT-Theater / Schimmelhof, Hamburger Str. 273, Eingang C2

 

Fahrplanausdünnungen im Braunschweiger Abendverkehr schmälern die Attraktivität des ÖPNV

FahrplanZum Fahrplanwechsel am 7. Januar 2016 werden in Braunschweig neben den Fahrten des Nachverkehrs auch Fahrten im Abendverkehr (Anschluss am Rathaus um 22:45) entfallen.

Die Neukonzeptionierung des Nachtverkehrs am Wochenende stellt hierbei verglichen mit den eingesparten Kosten einen vernünftigen Kompromiss dar, der den Fortbestand des erst seit etwa einem Jahr testweise bestehenden Nachtverkehrs sichert.  Mit dem neuen 70-Minuten-Takt wird weiterhin die ganze Nacht über ein Busverkehr angeboten.

Für uns wenig verständlich und auch bislang in den Medien nicht präsent ist der Wegfall des täglichen Straßenbahnanschlussverkehrs um 22:45. Dadurch wird nicht nur z.B. die Rückfahrt vom Kino erschwert, sondern auch Anschlüsse von ankommenden Bahnen am Hauptbahnhof gekappt. MoVeBS wendet sich daher nun mit einem Leserbrief an die Öffentlichkeit und fordert, den Abendverkehr nicht weiter zurückzubauen, sondern stattdessen verstärkt auch Rückfahrtgelegenheiten vom Kino, Sport und ähnlichen Abendveranstaltungen anzubieten und so neue Kunden zu gewinnen.

Stadtbahnausbau Braunschweig – Visionen und Konzepte (Ausstellung)

Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Welche Rolle spielt der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV)? Welchen Beitrag kann die Stadtbahn dazu leisten?

Für sieben ausgewählte Stadtraumsituationen werden sinnvolle Trassenvorschläge und effektive Problemlösungen vorgestellt. Die Beispiele zeigen, dass mit dem Stadtbahnausbau auch eine sehr wünschenswerte städtebauliche Erneuerung verbunden ist.

Die vorgestellten Pläne, Zeichnungen und Grafiken entwickeln konkrete Szenarien „wie es sein könnte“. Dies vermittelt zum Teil verblüffende Einsichten. Daneben ergeben sich vielfältige Anstöße zu einer weiterführenden Diskussion.

Die Ausstellung versteht sich vor allem als ein Beitrag zum bürgerschaftlichen Dialog.


 

Wir präsentieren unsere Planungen vom 2. bis 20. März in der Brunsviga. Die Eröffnung der Austellung wird am 2. März um 17:00 Uhr stattfinden.

Zur Ausstellung bieten wir Führungen an, in denen wir Ihnen unsere Ideen näher erläutern und Ihre Fragen beantworten können. Diese sollen an den folgenden Terminen stattfinden:

Mi, 04. März, 19 Uhr

Fr, 06. März, 17 Uhr

Mo, 09. März, 17 Uhr

Mo, 16. März, 17 Uhr

Mi, 18. März, 19 Uhr

Fr, 20. März, 17 Uhr

Um Anmeldung zu den Führungen über unser Kontaktformular wird gebeten.


 

Ort und Zeit der Ausstellung:

Kulturzentrum „Brunsviga“, Karlstraße 35, 38106 Braunschweig

TRAM M3: Haltestelle Grabenstraße. BUS 230, 416, 419, 429, 436: Haltestelle Gliesmaroder Straße

Montag – Freitag 9:00 – 23:00 Uhr (außer Montag, 02.03.)

Sonnabend 18:00 – 21:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Ausstellung unserer Planungen

Zu unseren Ideen zum Stadtbahnausbau haben wir im Laufe der Zeit anschauliche Pläne und Skizzen erarbeitet. Wir planen, diese in den ersten drei Märzwochen in der Brunsviga auszustellen (näheres hierzu demnächst an dieser Stelle) sowie auf diese Seite zu laden. Die Pläne und Skizzen sollen insbesondere auch die kritischen Punkte, die immer wieder auch zu Diskussionen unter den Bürgern führen, darstellen.

Als kleinen Vorgeschmack möchten wir einen Vorschlag für den Querschnitt der Saarstraße in Lehndorf präsentieren. Als feste Randbedingung haben wir uns natürlich gesetzt, dass die wertvolle Lindenallee erhalten bleibt. Ferner möchten wir, dass das Parken auf den Wurzeln der Bäume nicht mehr möglich ist und stattdessen vernünftige Parkplätze vorhanden sind, um so die Linden weiter zu schützen. Dies kann realisiert werden, wenn die Bahn einfach, wie z.B. in der Siegfriedstraße, auf der Straße fährt.

Übrigens: Im Zulauf auf den Kreuzungsbereich mit der B1 besteht in unseren Planungen ein eigenes Gleis für die Bahn, sodass diese durch Stauungen zur Hauptverkehrszeit nicht beeinträchtigt wird und so hier einer ihre Stärken ausspielen kann.

Hinweis: Diese Skizze ist von MoVeBS entwickelt und von Leonhard Pröttel zeichnerisch umgesetzt worden. Die Verbreitung, Präsentation, Verwendung, Veränderung unserer Pläne bedarf unserer Zustimmung.
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Umwelt- und Verkehrsverbände kritisieren die bisherige Umsetzung des Regionalbahnkonzeptes

Einen Monat nach Fahrplanaufnahme im „Regionalbahnkonzept 2014+“ ziehen die Umwelt- und Verkehrsverbände in Brauschweig und Wolfenbüttel eine erste Bilanz. Sie fällt kritisch aus. Robert Slawski vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) ist sich mit den übrigen Teilnehmern des Verbändeforums einig, wenn er feststellt: „Zwar ist eine erste deutliche Verbesserung im regionalen Bahnangebot erreicht, aber mindestens ebenso umfangreiche Maßnahmen müssen noch folgen. Ein großes Problem stellt die bisherige Organisation des Gesamtnetzes aus Bus und Bahn dar.“

Mitglieder des Forums (VCD, BUND, AG Mobilität und Verkehr, braunschweiger forum e.V., Umweltzentren Braunschweig und Wolfenbüttel) widersprachen Landesverkehrsminister Olaf Ließ. Dieser hatte am 14.12.2014 erklärt: „Die Region ist nun gut aufgestellt, was den Schienenverkehr anbelangt“. Manfred Kracht, VCD Wolfenbüttel, machte deutlich, dass weitere Investitionen erforderlich sind, um ein öffentliches Verkehrssystem zu etablieren, das dem zweitgrößten städtischen Ballungsraum in Niedersachsen wirklich gerecht wird.

Träger des „Regionalbahnkonzeptes 2014+“ ist der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB). Neben den Jubelreden zum Neustart im Dezember fordert das Verbändeforum, dieses Konzept zunächst an seinen eigenen Ansprüchen zu messen, die im Februar 2011 formuliert worden sind. Dabei ist festzustellen, dass zwei von vier wesentlichen Zielsetzungen nicht erreicht wurden. Dadurch wird ein künftiger Gesamterfolg in Frage gestellt.

Zwar ist der Stundentakt auf allen Strecken wochentags und die Einführung neuer schneller und bequemer Bahnfahrzeuge erreicht oder doch in greifbare Nähe gerückt. Aber die vier versprochenen zusätzlichen Bahnstationen im Raum Braunschweig-Wolfenbüttel (BS-Nord, Broitzem, Leiferde, WF-Wendessen) sind noch nicht einmal im Planungsstadium konkretisiert. Und ebenso ist der ZGB von seinem eigenen Ziel weit entfernt, eine „optimale Verknüpfung zwischen Bahn und Bus“ herzustellen.

Das Verbändeforum hat dazu eine Stichproben-Untersuchung durchgeführt, die erschreckende Mängel offenbarte. Das Bussystem bindet derzeit die Bahnstationen nur in unzureichender Weise an, die Liniennetzpläne weisen geradezu absurde Formen von Auslassungen auf. Aber eine gute Taktung mit zuverlässiger Zubringersituation wird über den Erfolg des Regionalbahnkonzeptes entscheiden, wenn man nicht die Investitionssummen, sondern die Steigerung der Fahrgastzahlen zum Maßstab nimmt.

Als ein systematisches Problem erscheint, dass der gemeinsame Netzgedanke innerhalb des regionalen Tarifgebietes VRB (Verbundtarif Region Braunschweig) kaum entwickelt ist. So wurde zum Beispiel mit Einführung des Stundentaktes am Bahnhof Thiede gleichzeitig eine konkurrierende Schnellbuslinie eingerichtet (KVG Salzgitter). „Jedes lokale Verkehrsunternehmen handelt vornehmlich zum eigenen Nutzen, Linienverknüpfung zu den Nachbarn mangelhaft, Gesamtfahrplan nicht vorhanden“, so Stefan Vockrodt vom Umweltzentrum Braunschweig. „Eine wirksame Kontrollinstanz gegenüber diesen Partikularinteressen existiert nicht“. Abhilfe könnte wohl nur ein straff geführter Verkehrsverbund bieten, wie er in der Region Hannover bereits existiert.

Ebenso fehlt im ZGB-Gebiet eine sinnvoll integrierte Fahrgastvertretung, die von der Nutzer-Seite her künftig zu Verbesserungen beitragen könnte.

Speziell für den Raum Braunschweig-Wolfenbüttel ist noch an das niedersächsische Landesprogramm zur Reaktivierung von Bahnstrecken und Bahnstationen zu erinnern. Das Verbändeforum erwartet vom Verkehrsministerium Verbesserungen für Braunschweig-Nordwest (Bahnlinie nach Harvesse, Anbindung von mehr als 10.000 gewerblichen Arbeitsplätzen) und die rasche Wiedererrichtung des Haltepunktes Wolfenbüttel-Wendessen.

Ideen zum Stadtbahnausbau

Wie in der Menuzeile schon deutlich wird, haben wir unsere Ideen auf dieser Seite hochgeladen. Dem einen oder anderen Leser wird der Inhalt bekannt vorkommen, da er so auch auf der Seite des braunschweiger forums präsentiert wurde. Dennoch sollen bzw. dürfen die gemeinsam ausgearbeiteten Vorschläge hier nicht fehlen.

Vorschnelle Sanierung der Gleisanlagen am Hagenmarkt

Von Seiten der Braunschweiger Verkehrs-GmbH wird eine sehr zeitnahe Sanierung des Hagenmarktes gefordert. Diese soll als Provisorium kostengünstig und möglichst einfach gestaltet werden. Dabei ist zu befürchten, dass vorschnell ein betrieblich deutlich verschlechterter Zustand entstehen wird, der dann doch über mehrere Jahre andauern könnte. Dies betrifft beispielsweise den angedachten Wegfall der Ost-West-Verbindung sowie wichtiger Weichenverbindungen (Rangiermöglichkeit zum Wenden bei Sperrungen wie z.B. beim Karneval). Ebenfalls wird dadurch für die nächsten Jahre eine Kreuzung realisiert, die dann so keinen Ausbau auf Normalspur ermöglicht (z.B. für Erweiterung Spargelexpress nach Wendeburg).

Im Rahmen einer Begutachtung von MoVeBS-Mitgliedern vor Ort konnte nicht nachvollzogen werden, warum bereits jetzt die geringe Geschwindigkeit von 5 km/h, die zu erhebichen Verzögerungen im täglichen Betrieb führt, für das Überfahren des Hagenmarktes angeordnet wird. Eine entsprechende Bewertungen der Gleisanlagen (PDF) wurde erstellt. Wir können das vorschnelle Handeln nicht nachvollziehen und fordern daher, zeitnah einen gemeinsamen Besichtigungstermin durchzuführen, sodass gemeinsam über die Sanierungsbedürfnisse des Hagenmarktes und vor allem das Vorgehen diskutiert werden kann. Diesen Wunsch haben wir in einem entsprechenden Brief (PDF) formuliert.