{"id":717,"date":"2023-06-06T23:04:55","date_gmt":"2023-06-06T21:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/movebs.de\/?p=717"},"modified":"2023-06-06T23:04:57","modified_gmt":"2023-06-06T21:04:57","slug":"ebenerdiger-bahnuebergang-oder-eisenbahnueberfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/movebs.de\/?p=717","title":{"rendered":"Ebenerdiger Bahn\u00fcbergang oder Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung?"},"content":{"rendered":"\n<p><br><strong>Im Sinne der Verkehrswende ist eine Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung nach Variante 1 aus unserer Sicht die erste Wahl.\u00a0MoVeBs fordert deshalb, den geplanten Bau einer m\u00f6glichst geradlinigen Unterf\u00fchrung von Fu\u00df- und Radwegen bzw. \u00dcberf\u00fchrung der Bahn konsequent und zeitnah voranzutreiben!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nur die von Bahn, Stadt und Regionalverband vorgestellte Variante 1 mit einer Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung (E\u00dc),&nbsp;<\/strong><strong>also der Unterquerung der Gleise,<\/strong><strong>&nbsp;w\u00fcrde die f\u00fcr die Verkehrswende wichtigen Verkehrsarten sicher entflechten: Bahnbetrieb, Ringgleis, Velorouten und Fu\u00dfverkehr k\u00f6nnen mit der E\u00dc (V1) weitgehend geradlinig und voneinander ungest\u00f6rt laufen, der S\u00fcdzugang zum Bhf. Gliesmarode w\u00e4re eine wichtige Bereicherung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dies entspricht auch dem einstimmigen AMTA-Bechlu\u00df vom 15.03.2022 (Vorlage &nbsp;21-17455-03):<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Beschluss:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung eines Querungsbauwerks f\u00fcr Fu\u00df- und Radverkehr als Ersatz f\u00fcr den Bahn\u00fcbergang&nbsp;<\/em><em>Gr\u00fcnewald<\/em><em>stra\u00dfe gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG (DB) und dem Regionalverband Gro\u00dfraum Braunschweig unter Ber\u00fccksichtigung der nachfolgend genannten Planungsparameter weiter voranzutreiben. Dabei sind verschiedene Varianten zu entwickeln und zu bewerten, die den Stadtbezirksr\u00e4ten zur Anh\u00f6rung sowie dem AMTA zur Beschlussfassung vorgestellt und erl\u00e4utert werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zur 0-Variante mit B\u00dc-Erhalt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die von Vielen geforderten Gutachten zum Erhalt, des ebenerdigen Bahn\u00fcbergangs (B\u00dc) (0-Variante) bzw. dessen Ersatz durch Br\u00fcckenbauwerke (Varianten 1-5) wurde nun der interessierten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer jedoch gehofft hat, zu v\u00f6llig neuen Erkenntnissen zu kommen, wurde entt\u00e4uscht: Erwartungsgem\u00e4\u00df lieferte das Gutachten zur 0-Variante nur grunds\u00e4tzliche Einsch\u00e4tzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich ist auch diese Variante m\u00f6glich und technisch machbar, ob durchsetzbar, ist eher ungewiss!<\/p>\n\n\n\n<p>Die weitere Verfolgung der 0-Variate erzwingt m\u00f6glicherweise auch hier ein neues Planfeststellungsverfahren. Der Ausgang des Verfahrens, die zeitlichen Konsequenzen (Sperrung des B\u00dc) und welche (zus\u00e4tzlichen) Kosten m\u00f6glicherweise &nbsp;von der Stadt BS zu tragen w\u00e4ren, ist kaum abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte der ebenerdige Bahn\u00fcbergang bis 2030 wieder in Betrieb gehen, w\u00e4re laut Gutachten aufgrund des gestiegenen Bahnverkehrs (1\/2-Std. Takt auf eventuell zwei Linien, Zweigleisigkeit und Vollelektrifizierung Richtung Norden) mit Wartezeiten von mindestens f\u00fcnf Minuten zu rechnen, die sich in dichter Folge zu Gesamtwartezeiten von bis zu drei\u00dfig Minuten je Stunde summieren k\u00f6nnen. Dies gilt f\u00fcr den ungest\u00f6rten Bahnbetrieb, \u00fcber 2030 hinaus sind weitere Zunahmen des Bahnverkehrs zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn viele Radfahrende und Fu\u00dfgehende mit diesen Schlie\u00dfzeiten leben k\u00f6nnen, wird ein Radweg mit B\u00dc dem Anspruch an eine Veloroute nicht gerecht; eiligen Radfahrenden werden selbst wenige Minuten zu lang sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer potentiellen Entscheidung zum Beibehalt der 0-Variante entsteht f\u00fcr Braunschweig und die Region die Gefahr einer zweiten \u201eWeddeler Schleife\u201c, wo zur Zeit mit erheblichem Mehraufwand die Zweigleisigkeit hergestellt werden mu\u00df, zu Lasten der Nutzer und des Steuerzahlers. \u00c4hnliches droht am B\u00dc Gr\u00fcnewaldstra\u00dfe f\u00fcr die Veloroute. Im Zeichen der Verkehrswende sind leistungsf\u00e4hige regionale und \u00fcberregionale Fahrradrouten dringend n\u00f6tig, genauso wie ein leistungsf\u00e4higer Schienenverkehr!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu den weitere Varianten 1-5, \u201eBr\u00fcckengutachten\u201c:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Varianten 3-5 heben den Rad-Fu\u00dfweg weit \u00fcber das Niveau der Bahn plus Fahrleitung (&gt; 5 m \u00fcber Schienen) und brauchen zudem extrem lange Rampen und hohe Bauwerke. Sie sind mehr als zehnfach teurer als die Eisenbahnunterf\u00fchrungs(E\u00dc)-Varianten 1+2 und erscheinen daher unrealistisch zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Es bleiben die beiden Varianten 1+2 mit Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung:<br>Variante 2 verschwenkt die Veloroute leicht und verschont dabei die Gr\u00fcnewald-Allee. Erkauft wird dies durch den Verlust der geradlinigen Wegebeziehung auf Ringgleis und Veloroute.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Somit bleibt die E\u00dc-Variante 1:<br>Der immer wieder geforderte S\u00fcdzugang zum Bahnhof Gliesmarode, der nur mit den E\u00dc-Varianten 1 (+2) realisierbar ist, kann einen alternativen Zugang bieten und mit weiteren Vorteilen den Bahnhof Gliesmarode aufwerten. Ringgleis und Veloroute haben einen geradlinigen Verlauf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Aspekte:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><br><\/strong>&#8211;&nbsp;<strong>Ausf\u00fchrung und Einpassung in die \u00f6rtliche Situation m\u00fcssten dringend gro\u00dfr\u00e4umig betrachtet werden:<\/strong><br>Die Anspr\u00fcche an das Stadtbild im Bereich der Gr\u00fcnewaldstra\u00dfe sind hoch, nicht zuletzt wegen angrenzender Denkmalschutzbereiche. Eine triste Betonschlucht darf es nicht geben. In das Bauwerk sollte viel Gr\u00fcn (interne Kompensation) integriert werden. Das Br\u00fcckenbauwerk sollte licht und einladend wirken (kein Tunnel!).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgleichs- und Ersatzma\u00dfnahmen&nbsp;m\u00fcssen&nbsp;gro\u00dfr\u00e4umig deutlich \u00fcber den gesetzlich geforderten Umfang hinausgehen,m\u00f6glichst dicht am Ort des Eingriffs erfolgen und gut kommuniziert werden. Die Planungsvorgabe sollte den Erwerb von Fl\u00e4chen aus Privatbesitz im Sinne einer guten L\u00f6sung nicht grunds\u00e4tzlich ausschlie\u00dfen. Mit den Anrainern ist ohnehin in Kontakt zu treten um Einvernehmen herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8211; Zeitr\u00e4ume der Realisierung:<\/strong><br>Die Planung der elektronischen Stellwerktechnik l\u00e4uft bereits. Eine Umsetzung ist Ende 2024 zu erwarten. MoVeBs geht davon aus, dass es sowohl im Fall des B\u00dc-Erhalts, als auch f\u00fcr den Bau einer Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung danach zu einer mehrj\u00e4hrigen Sperrung f\u00fcr Fu\u00df- und Radverkehr kommt.<strong><\/strong><strong>&#8211; Kosten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wird jetzt f\u00fcr eine Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung entschieden, werden die Kosten nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz zwischen Bund, Land und Bahn aufgeteilt. L\u00e4uft es auf eine sp\u00e4tere Wiederherstellung des ebenerdigen Bahn\u00fcbergangs hinaus, bestehen f\u00fcr die Stadt erhebliche Risiken, s\u00e4mtliche Baukosten und laufenden Kosten \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8211; Sicherheit:<br><\/strong>Es wurde vom Gutachter klargestellt, dass ein neuer,&nbsp;ebenerdiger&nbsp;B\u00dc&nbsp;dazu verleitet, umgangen zu werden und damit&nbsp;gef\u00e4hrlicher wird als eine&nbsp;kreuzungsfreieEisenbahn\u00fcberf\u00fchrung. Der Sicherheitsaspekt muss demnach bei einer Modernisierung des B\u00dc besonders betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen die Gefahr, dass es im Bereich eines B\u00dcs durch vorschriftswidrige \u00dcbertritte zu schweren Ungl\u00fccken kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlussbemerkung in eigener Sache:<\/strong><br>Das Team von MoVeBs ist interdisziplin\u00e4r zusammen gesetzt auch, mit Menschen des Naturschutzes, wir m\u00f6gen B\u00e4ume!<br>Das Bestreben von MoVeBs ist es, durch St\u00e4rkung des \u00d6PNV anderenorts gro\u00dfe Stra\u00dfenbauprojekte (B4, B188, A39, Tangenten) mit gro\u00dfer Naturraumzerst\u00f6rung und Fl\u00e4chenversiegelung zu vermeiden.<br>Der \u00d6PNV ist mit seinen Bauma\u00dfnahmen bezogen auf die Bef\u00f6rderungsleistung sehr viel ressourcenschonender als der MIV\/Stra\u00dfenbau. Daher treten wir beim B\u00dc Gr\u00fcnewaldstra\u00dfe daf\u00fcr ein, die Chance f\u00fcr ein zukunftssicheres Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrungsbauwerk nach Version 1 im Sinne der \u00fcberf\u00e4lligen Verkehrswende zu nutzen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sinne der Verkehrswende ist eine Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung nach Variante 1 aus unserer Sicht die erste Wahl.\u00a0MoVeBs fordert deshalb, den geplanten Bau einer m\u00f6glichst geradlinigen Unterf\u00fchrung von Fu\u00df- und Radwegen bzw. \u00dcberf\u00fchrung der Bahn konsequent und zeitnah voranzutreiben! 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