Visionen und Konzepte: Hagenmarkt

Nachdem gestern erfolgreich unsere Ausstellung in der Brunsviga unter Anwesenheit vieler Besucher, darunter eine größere Anzahl Vertreter ganz unterschiedlicher Institutionen, eröffnet wurde,  möchten wir nun Schritt für Schritt die Pläne auf diese Seite hochladen. Wir beginnen mit dem Hagenmarkt.


 

Für den Stadtbahnausbau in Braunschweig wird man prognostisch eines sicher festhalten können: dem Hagenmarkt wird eine außerordentlich wichtige Rolle zufallen.

Die erhöhte Bedeutung resultiert zunächst aus den Bauvorhaben „Westliche Innenstadtumfahrung“ und aus der Planung „Lehndorfer Strecke“, die eine Verstärkung auf der West-Ost-Route ergeben. Dadurch wird die Neuorganisation der Haltestelle Hagenmarkt erforderlich.

Der vorgestellte Plan entwickelt einen konstruktiven Lösungsansatz, bei dem auch andere bisher bestehende Probleme angegangen werden.

  • Klärung der Durchfahrtssituation für den Straßenverkehr
  • Neuerrichtung zweier Bahnsteige in der Ost-West-Richtung
  • Abrückung der Gleise von der Katharinenkirche (ein lang gehegter Wunsch der Kirchengemeinde)
  • Möglichst kurze Umsteigewege zwischen West-Ost- und Nord-Süd-Achse
  • Aufwertung des Hagenmarktes als innerstädtischer Platz

Stadtbahnausbau Braunschweig – Visionen und Konzepte (Ausstellung)

Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Welche Rolle spielt der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV)? Welchen Beitrag kann die Stadtbahn dazu leisten?

Für sieben ausgewählte Stadtraumsituationen werden sinnvolle Trassenvorschläge und effektive Problemlösungen vorgestellt. Die Beispiele zeigen, dass mit dem Stadtbahnausbau auch eine sehr wünschenswerte städtebauliche Erneuerung verbunden ist.

Die vorgestellten Pläne, Zeichnungen und Grafiken entwickeln konkrete Szenarien „wie es sein könnte“. Dies vermittelt zum Teil verblüffende Einsichten. Daneben ergeben sich vielfältige Anstöße zu einer weiterführenden Diskussion.

Die Ausstellung versteht sich vor allem als ein Beitrag zum bürgerschaftlichen Dialog.


 

Wir präsentieren unsere Planungen vom 2. bis 20. März in der Brunsviga. Die Eröffnung der Austellung wird am 2. März um 17:00 Uhr stattfinden.

Zur Ausstellung bieten wir Führungen an, in denen wir Ihnen unsere Ideen näher erläutern und Ihre Fragen beantworten können. Diese sollen an den folgenden Terminen stattfinden:

Mi, 04. März, 19 Uhr

Fr, 06. März, 17 Uhr

Mo, 09. März, 17 Uhr

Mo, 16. März, 17 Uhr

Mi, 18. März, 19 Uhr

Fr, 20. März, 17 Uhr

Um Anmeldung zu den Führungen über unser Kontaktformular wird gebeten.


 

Ort und Zeit der Ausstellung:

Kulturzentrum „Brunsviga“, Karlstraße 35, 38106 Braunschweig

TRAM M3: Haltestelle Grabenstraße. BUS 230, 416, 419, 429, 436: Haltestelle Gliesmaroder Straße

Montag – Freitag 9:00 – 23:00 Uhr (außer Montag, 02.03.)

Sonnabend 18:00 – 21:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Westliche Innenstadtstrecke

Die westliche Innenstadtstrecke stellt eine wichtige Erweiterung des Braunschweiger Straßenbahnnetzes dar. Aus vielen Bereichen Braunschweigs können direkte Verbindungen sowohl zum Bohlweg als auch in die westliche Innenstadt hergestellt werden (z.B. mit den Linien M3/M5 aus der Weststadt). Insbesondere auch in Kombination mit einer Strecke richtung Kanzlerfeld kann ein hochwertiges Netz aufgebaut werden.

Eine wichtige Funktion erfüllt diese Strecke auch bei Störungen: Während aktuell bei Sperrungen aufgrund von Demonstrationen oder Feiern auf dem Bohlweg der größte Teil des Straßenbahnbetriebes eingeschränkt wird, kann die westliche Innenstadtstrecke diese Verkehre aufnehmen und den Betrieb zuverlässig aufrecht erhalten.

In der aktuellen Diskussion wird als konkrete Trasse hauptsächlich die Strecke über den Altstadtmarkt genannt. Diese Strecke hat ihre Reize, wie die direkte Anbindung des Fußgängerzonenbereiches um den Kohlmarkt, aber leider auch ihre Schwächen: In den Bereich des historisch hoch bedeutenden Altststadtmarktes muss die Bahn möglichst ohne Eingriffe eingefügt werden. Zudem stellen die Querschnitte der Gördelingerstraße und Brabandtstraße die Planer vor eine große Herausforderung.

Dagegen bietet die Güldenstraße viel Platz. Eine Neugestaltung und Aufwertung des Straßenraums kann die Attraktivität des gesamten Bereiches erheblich steigern. Aufgrund der direkten Wege ist die Fußgängerzone nicht weit; gleichzeitig werden aber auch viele Wohnungen entlang der Güldenstraße mit angebunden.

Wir möchten mit den nachfolgenden Collage (Größe 2,6 MB) zeigen, welches Gestaltungspotential in der Güldenstraße schlummert. Dabei wird nach französischem Vorbild der durchgehende Autoverkehr verringert und die Attraktivität für Fußgänger und Fahrradfahrer erheblich erhöht.

Gueldenstrasse_kleinGueldenstrasse

Ausstellung unserer Planungen

Zu unseren Ideen zum Stadtbahnausbau haben wir im Laufe der Zeit anschauliche Pläne und Skizzen erarbeitet. Wir planen, diese in den ersten drei Märzwochen in der Brunsviga auszustellen (näheres hierzu demnächst an dieser Stelle) sowie auf diese Seite zu laden. Die Pläne und Skizzen sollen insbesondere auch die kritischen Punkte, die immer wieder auch zu Diskussionen unter den Bürgern führen, darstellen.

Als kleinen Vorgeschmack möchten wir einen Vorschlag für den Querschnitt der Saarstraße in Lehndorf präsentieren. Als feste Randbedingung haben wir uns natürlich gesetzt, dass die wertvolle Lindenallee erhalten bleibt. Ferner möchten wir, dass das Parken auf den Wurzeln der Bäume nicht mehr möglich ist und stattdessen vernünftige Parkplätze vorhanden sind, um so die Linden weiter zu schützen. Dies kann realisiert werden, wenn die Bahn einfach, wie z.B. in der Siegfriedstraße, auf der Straße fährt.

Übrigens: Im Zulauf auf den Kreuzungsbereich mit der B1 besteht in unseren Planungen ein eigenes Gleis für die Bahn, sodass diese durch Stauungen zur Hauptverkehrszeit nicht beeinträchtigt wird und so hier einer ihre Stärken ausspielen kann.

Hinweis: Diese Skizze ist von MoVeBS entwickelt und von Leonhard Pröttel zeichnerisch umgesetzt worden. Die Verbreitung, Präsentation, Verwendung, Veränderung unserer Pläne bedarf unserer Zustimmung.
Planungsquerschnitt-Saarbrueckener_Strasze-20150113-01

Umwelt- und Verkehrsverbände kritisieren die bisherige Umsetzung des Regionalbahnkonzeptes

Einen Monat nach Fahrplanaufnahme im „Regionalbahnkonzept 2014+“ ziehen die Umwelt- und Verkehrsverbände in Brauschweig und Wolfenbüttel eine erste Bilanz. Sie fällt kritisch aus. Robert Slawski vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) ist sich mit den übrigen Teilnehmern des Verbändeforums einig, wenn er feststellt: „Zwar ist eine erste deutliche Verbesserung im regionalen Bahnangebot erreicht, aber mindestens ebenso umfangreiche Maßnahmen müssen noch folgen. Ein großes Problem stellt die bisherige Organisation des Gesamtnetzes aus Bus und Bahn dar.“

Mitglieder des Forums (VCD, BUND, AG Mobilität und Verkehr, braunschweiger forum e.V., Umweltzentren Braunschweig und Wolfenbüttel) widersprachen Landesverkehrsminister Olaf Ließ. Dieser hatte am 14.12.2014 erklärt: „Die Region ist nun gut aufgestellt, was den Schienenverkehr anbelangt“. Manfred Kracht, VCD Wolfenbüttel, machte deutlich, dass weitere Investitionen erforderlich sind, um ein öffentliches Verkehrssystem zu etablieren, das dem zweitgrößten städtischen Ballungsraum in Niedersachsen wirklich gerecht wird.

Träger des „Regionalbahnkonzeptes 2014+“ ist der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB). Neben den Jubelreden zum Neustart im Dezember fordert das Verbändeforum, dieses Konzept zunächst an seinen eigenen Ansprüchen zu messen, die im Februar 2011 formuliert worden sind. Dabei ist festzustellen, dass zwei von vier wesentlichen Zielsetzungen nicht erreicht wurden. Dadurch wird ein künftiger Gesamterfolg in Frage gestellt.

Zwar ist der Stundentakt auf allen Strecken wochentags und die Einführung neuer schneller und bequemer Bahnfahrzeuge erreicht oder doch in greifbare Nähe gerückt. Aber die vier versprochenen zusätzlichen Bahnstationen im Raum Braunschweig-Wolfenbüttel (BS-Nord, Broitzem, Leiferde, WF-Wendessen) sind noch nicht einmal im Planungsstadium konkretisiert. Und ebenso ist der ZGB von seinem eigenen Ziel weit entfernt, eine „optimale Verknüpfung zwischen Bahn und Bus“ herzustellen.

Das Verbändeforum hat dazu eine Stichproben-Untersuchung durchgeführt, die erschreckende Mängel offenbarte. Das Bussystem bindet derzeit die Bahnstationen nur in unzureichender Weise an, die Liniennetzpläne weisen geradezu absurde Formen von Auslassungen auf. Aber eine gute Taktung mit zuverlässiger Zubringersituation wird über den Erfolg des Regionalbahnkonzeptes entscheiden, wenn man nicht die Investitionssummen, sondern die Steigerung der Fahrgastzahlen zum Maßstab nimmt.

Als ein systematisches Problem erscheint, dass der gemeinsame Netzgedanke innerhalb des regionalen Tarifgebietes VRB (Verbundtarif Region Braunschweig) kaum entwickelt ist. So wurde zum Beispiel mit Einführung des Stundentaktes am Bahnhof Thiede gleichzeitig eine konkurrierende Schnellbuslinie eingerichtet (KVG Salzgitter). „Jedes lokale Verkehrsunternehmen handelt vornehmlich zum eigenen Nutzen, Linienverknüpfung zu den Nachbarn mangelhaft, Gesamtfahrplan nicht vorhanden“, so Stefan Vockrodt vom Umweltzentrum Braunschweig. „Eine wirksame Kontrollinstanz gegenüber diesen Partikularinteressen existiert nicht“. Abhilfe könnte wohl nur ein straff geführter Verkehrsverbund bieten, wie er in der Region Hannover bereits existiert.

Ebenso fehlt im ZGB-Gebiet eine sinnvoll integrierte Fahrgastvertretung, die von der Nutzer-Seite her künftig zu Verbesserungen beitragen könnte.

Speziell für den Raum Braunschweig-Wolfenbüttel ist noch an das niedersächsische Landesprogramm zur Reaktivierung von Bahnstrecken und Bahnstationen zu erinnern. Das Verbändeforum erwartet vom Verkehrsministerium Verbesserungen für Braunschweig-Nordwest (Bahnlinie nach Harvesse, Anbindung von mehr als 10.000 gewerblichen Arbeitsplätzen) und die rasche Wiedererrichtung des Haltepunktes Wolfenbüttel-Wendessen.

Rasengleis: Attraktive Stadtgestaltung und Lärmreduktion

Die Ausführung von Straßenbahngleisen kann je nach Einsatzort- und zweck unterschiedlich sein: Gleise, die von anderen Verkehrsmitteln befahren oder von Fußgängern betreten werden können sollen, werden als Rillenschiene fest eingepflastert, betoniert oder asphaltiert ausgeführt. Gleise, die unabhängig vom übrigen Verkehr betrieben werden, können als Schottergleise oder Rasengleise ausgeführt werden.

Gerade letzteres bietet einen hohen gestalterischen Wert im Stadtbau: In sonst recht grauen Stadtlandschaften lassen sich grüne Farbakzente setzen. Diesen Nutzen haben in den letzten Jahren insbesondere die Franzosen zu wissen genutzt und so grüne Bänder durch ihre Städte gelegt (siehe Bild 1). Neben dem gestalterischen Nutzen kann das Gleis aber auch durch einen wasserdurchlässigem Aufbau (weniger Flächenversiegelung) punkten. Für die Anwohner einer Stadtbahnstrecke besonders interessant: Ein Rasengleis mit hoch liegender (d.h. an den Schienenkopf ragende) Rasenfläche ist besonders leise:

 

Oberbauform bzw. Schwellenart dB(A)
Holzschwellen 52,8+-0,9
Betonschwelle 52,9+-0,8
Feste Fahrbahn eingedeckt 57,6+-0,6
Rasengleis mit tiefliegendem Rasen 54,3+-1,3
Rasengleis mit hochliegendem Rasen 50,3+-1,3

(Vergleiswerte unterschiedlicher Gleisarten. Quelle: Torben Hoetter: Wege zur leisen Straßenbahn. Universität Rostock)

In Braunschweig hat sich das Rasengleis zunächst nur an wenigen Stellen durchgesetzt, wie z.B. in Stöckheim (vgl. Bild 2).  Aktuell wird das Rasengleis allerdings vermehrt eingebaut (wie z.B. an der Wendenstraße, vgl. Bild 3). Wir begrüßen aufgrund der Vorteile den Einbau dieser Gleise und setzen uns dafür ein, dass dies auch in Zukunft an geeigneten Stellen der Fall sein wird.

LyonBild 1: Rasengleis der Lyoner Straßenbahn

StöckheimBild 2: Rasengleis in Braunschweig-Stöckheim

WendenstraßeBild 3: Im Bau befindliches Rasengleis im Bereich Wendenstraße

Ideen zum Stadtbahnausbau

Wie in der Menuzeile schon deutlich wird, haben wir unsere Ideen auf dieser Seite hochgeladen. Dem einen oder anderen Leser wird der Inhalt bekannt vorkommen, da er so auch auf der Seite des braunschweiger forums präsentiert wurde. Dennoch sollen bzw. dürfen die gemeinsam ausgearbeiteten Vorschläge hier nicht fehlen.

Vorschnelle Sanierung der Gleisanlagen am Hagenmarkt

Von Seiten der Braunschweiger Verkehrs-GmbH wird eine sehr zeitnahe Sanierung des Hagenmarktes gefordert. Diese soll als Provisorium kostengünstig und möglichst einfach gestaltet werden. Dabei ist zu befürchten, dass vorschnell ein betrieblich deutlich verschlechterter Zustand entstehen wird, der dann doch über mehrere Jahre andauern könnte. Dies betrifft beispielsweise den angedachten Wegfall der Ost-West-Verbindung sowie wichtiger Weichenverbindungen (Rangiermöglichkeit zum Wenden bei Sperrungen wie z.B. beim Karneval). Ebenfalls wird dadurch für die nächsten Jahre eine Kreuzung realisiert, die dann so keinen Ausbau auf Normalspur ermöglicht (z.B. für Erweiterung Spargelexpress nach Wendeburg).

Im Rahmen einer Begutachtung von MoVeBS-Mitgliedern vor Ort konnte nicht nachvollzogen werden, warum bereits jetzt die geringe Geschwindigkeit von 5 km/h, die zu erhebichen Verzögerungen im täglichen Betrieb führt, für das Überfahren des Hagenmarktes angeordnet wird. Eine entsprechende Bewertungen der Gleisanlagen (PDF) wurde erstellt. Wir können das vorschnelle Handeln nicht nachvollziehen und fordern daher, zeitnah einen gemeinsamen Besichtigungstermin durchzuführen, sodass gemeinsam über die Sanierungsbedürfnisse des Hagenmarktes und vor allem das Vorgehen diskutiert werden kann. Diesen Wunsch haben wir in einem entsprechenden Brief (PDF) formuliert.